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Foto: Agata Urbaniak
Liebe Geschwister, liebe Freunde, liebe Leser dieser Kurz-Andacht ! Prediger 3,13: Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Mensch, der guten Mut hat bei allem seinem Mühen, bei aller seiner Arbeit; ein Mensch, der sich nicht unterkriegen lässt von den täglichen Erfordernissen und Ärgernissen, sondern den Mut nicht verliert: So sieht also eine Gabe Gottes aus. Keine besonders Begabten, Belesenen oder Betuchten sind die Geschenke, sondern eben diese anderen, die nicht mehr zu bieten haben als – nennen wir es mal einen gesunden Optimismus oder ein positives Lebensgefühl. Dieser Spruch kann wieder einmal das Bild von dem, was Gabe oder Geschenk Gottes ist, durcheinander bringen. Aber das ist ja das Schöne an Gottes Wort, dass es eben immer noch Überraschungen bereit hält und unsere Erwartungen eben nicht erfüllt. Ein anderer Mensch, wenn er eine Gabe Gottes sein sollte, der müsste doch besonders geistlich, fromm, bibelfest sein, oder? Eben nicht. Der Prediger sieht das Leben oft im Kontext seiner Endlichkeit und seiner Mühen, und da ist es eben eine Gabe von Gott, wenn da ein Mensch ist, der nicht an diesen Mühen verzweifelt, nicht hadert, schimpft oder neidisch, sondern guten Mutes ist. Und woher kommt dieser Mut, dieser Optimismus? „Alles hat seine Zeit!“, sagt der Prediger kurz vor dem Monatsspruch für den September und danach: „Alles, was Gott tut, das besteht für immer.“ Es gibt einen Rahmen für die Mühe und das Leben eines Menschen und den hat Gott gesteckt, der hat Bestand. Gott ist der, der vor allem war und nach allem ist und auf den alles zurückgeht. In diesem Rahmen ist jeder Mensch gehalten und getragen von Gott, auch wenn die Arbeit den Alltag bestimmt. Nach dem Alltag und vor dem Alltag und auch im Alltag ist Gott, der alles trägt und hält. Manchmal ist der Blick auf den Rahmen des menschlichen Daseins hilfreich, um das, was geschieht, in den rechten Zusammenhang zu rücken und Mut zu bekommen: Gott ist es, der alles in der Hand hält, die Zeiten setzt und uns am Ende der Zeiten erwartet. Deswegen kann ein Mensch den Mut behalten in allem, was ihn beschäftigt. Deswegen kann er nach vorne sehen und zuversichtlich sein – und für andere ein Geschenk Gottes werden.
Ihr Jan Schmidt, Diakon der EFG Münster |